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Abfallvermeidung

 

Konsequente Abfallvermeidung ist mehr als Abfalltrennung. Wer schon beim Kauf eines Produktes darauf achtet, wie viel Müll damit produziert wird, produziert weniger Müll und spart dadurch bares Geld. Außerdem werden Ressourcen geschont, was der Umwelt und somit uns allen zu Gute kommt.

Mit ein bisschen Übung ist es gar nicht so schwer, abfallarm und damit auch umweltbewusst einzukaufen. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei.

 
 
 

Kommt gar nicht in die Tüte!

Wir Deutschen verwenden pro Jahr im Schnitt 76 Plastikeinkaufstüten pro Person. Das sind auf die Gesamtbevölkerung übertragen: 6,1 Milliarden Plastiktüten oder 11.700 pro Minute. Hinzu kommen zahllose kleine Plastiktüten, in denen Obst und Gemüse gewogen wird. Das muss nicht sein.

Nehmen Sie einen Korb oder eine Stofftasche mit zum Einkaufen, damit Sie an der Kasse keine Plastiktüte kaufen müssen! Bei vielen Bäckereien, aber auch beim Bauern werden die Waren direkt in die mitgebrachten Taschen oder Körbe gefüllt.

 

Frische Produkte mit regionalen Wurzeln

Zu einem umweltbewussten Einkauf gehören auch Produkte aus der Region. Das verringert Transportwege und die Verwendung von Transportverpackungen.

Fertigprodukte sind meist aufwändig verpackt, teuer und halten oft nicht, was sie versprechen. Frisches Obst und Gemüse vom Wochenmarkt dagegen ist gesund und die Obst- und Gemüseabfälle lassen sich hervorragend kompostieren.

 

Gut verpackt?

Kaufen Sie Getränke und Milchprodukte in Mehrwegflaschen und Mehrweggläsern. Damit wird ein großer Teil des Verpackungsmüllbergs vermieden.

Portionspackungen sind absoluter Müllfrevel und dazu noch um einiges teurer als eine Großpackung des gleichen Produkts. Wenn möglich kaufen Sie normale oder Großpackungen!   

Auch wer zu Nachfüllpackungen greift, vermeidet Verpackungsmüll.

 

Qualität statt Quantität

Qualitativ hochwertige, stabile Produkte sind ideal und immer erlaubt!

Sie "leben" länger und können oftmals mit noch vertretbarem Aufwand repariert werden, egal ob Küchengerät oder Kleidungsstück. Wer selber Hand anlegt, findet nützliche Tipps in Do-it-yourself-Ratgebern oder in Repair-Cafés. Ansonsten hilft der Fachmann vom Handwerk gerne weiter.

Kurzlebige Billigprodukte haben im umweltbewußten Haushalt nichts zu suchen. Auf Wegwerfartikel wie Einwegkugelschreiber oder Einwegfeuerzeuge und Ähnliches sollten Sie daher am besten ganz verzichten. Viel ist getan, wenn Sie bei Festen kein Papp- oder Kunststoffgeschirr mehr verwenden.

 

Gutes aus zweiter Hand!

Guterhaltene, zeitlose Kleidungsstücke lassen sich weiterverkaufen: Beim "Kinderkleidermarkt" oder im Secondhand-Laden bekommen Sie noch etwas vom Verkaufserlös. Noch tragbare Kleidung oder Schuhwerk können auch in die Altkleidersammlung bzw. in die Altkleider/Schuhcontainer gegeben werden.

 

Gebrauchte und funktionstüchtige Haushaltsgeräte, Möbel und Kinderspielzeug können bei Warentauschtagen getauscht, im online AWB-Verschenkmarkt angeboten oder auf Floh- und Trödelmärkten verkauft werden.

 

Teilen ist das neue Kaufen

Wer einmal im Jahr z.B. eine Bohrmaschine benutzt, braucht diese nicht gleich zu kaufen. Viele Baumärkte bieten mittlerweile einen Mietservice an. Das ist in jedem Fall günstiger und schont jede Menge Ressourcen.

 

Recyclingpapier

Verwenden Sie sowohl im Büro- als auch im Hygienebereich und der Küche ausschließlich Recyclingpapier.

Die Herstellung von Recyclingpapier bewirkt allein in den Bereichen Wasser und Energie eine Einsparung von mindestens 60% im Vergleich zu Frischfaserpapier. Zudem werden wertvolle Waldressourcen entlastet.

 

Der Hinweis „Keine Werbung“ auf dem Briefkasten lässt nicht nur den Altpapierberg schrumpfen, sondern bewahrt auch davor, sich zum Kauf von Dingen verleiten zu lassen, die man ohne dieses Prospekt nicht „gebraucht“ hätte.

 

Rote Karte für Schadstoffe!

Bei Farben, Lacken, Reinigungsmittel usw. gibt es häufig umweltfreundliche Produktalternativen (gekennzeichnet durch den Blauen Engel). Diese sind den nicht gekennzeichneten oft hochgiftigen Erzeugnissen vorzuziehen. Die giftigen oder umweltschädlichen Inhaltsstoffe müssen äußerst aufwändig und teuer entsorgt werden. Bei der Verwendung von umweltfreundlichen Produkten vermeidet man nicht nur schadstoffhaltige Abfälle beim Hausmüll sondern auch Sondermüll bei der Herstellung.

 

In Stoff gewickelt!

Die neuen Systeme und Materialien machen die Baby-Stoffwindel zu einer echten Alternative zur Wegwerfwindel und ersparen viel Müll. Allein in einem Jahr wandern im Landkreis Esslingen geschätzt rund 25 Millionen Einweg-Babywindeln in die Mülltonne. Dieser Müllberg könnte beim Einsatz von Mehrwegwindeln vermieden werden.

 

Abfallvermeidung im Betrieb

Gerade in Betrieben kann durch gezielte Maßnahmen jede Menge Abfall vermieden werden.

Am besten geht das, wenn die Geschäftsleitung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  gemeinsam Ideen und Lösungen entwickeln. Hilfreich ist dabei ein betriebliches Abfallwirtschaftskonzept. Das betriebliche Vorschlagswesen kann dabei als "Ideenspender" zur Abfallvermeidung eingesetzt werden. Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen branchenverwandten Betrieben zu Müllfragen hilft weiter.

Wichtig sind gut gekennzeichnete Abfalltrennsysteme und eine umfassende Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Abfallproblematik.