Stühle rutschen über den Boden, neugierige Kinder versammeln sich im Stuhlkreis. Auf dem Teppich liegt ein kleiner Abfallberg: Bananenschale, Joghurtbecher mit Aludeckel, Papier und Verpackungen. Für die Kinder des Kindergartens „Denkendorfer Weg“ in Oberensingen beginnt die Nachhaltigkeitswoche. Eine Woche lang steht alles im Zeichen von Umwelt, Ressourcenschutz und bewusstem Handeln im Alltag. Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch des Abfallwirtschaftsbetriebs Esslingen am 26. und 27. Februar. Gemeinsam mit Barbara Neeb-Hartmann lernen die Vier- bis Fünfjährigen spielerisch, warum richtige Abfalltrennung so wichtig ist.
Initiiert und organisiert wird das Projekt von Melina Berger und Rosa Stuhr von der Hochschule Reutlingen, Fakultät Informatik. In Rahmen ihres Masterstudiums Human-Centered Computing machen sie Nachhaltigkeit praxisnah erlebbar und bringen Kindergarten und AWB ES zusammen. Dass sie das Projekt in Oberensingen umsetzen, ist kein Zufall: Beide sind hier aufgewachsen und wollen ihrem früheren Stadtteil etwas zurückgeben.
„Im Kindergarten erkläre ich, was aus Wertstoffen entstehen kann, wenn sie sorgfältig getrennt werden“, so Barbara Neeb-Hartmann. Zusammen mit den Kindern sortiert sie Bananenschalen, Papier und Kunststoffe in die passenden Abfalleimer. Die Kinder dürfen ertasten, wie sich geschredderte Papierfasern anfühlen, und erfahren, wie daraus Altpapier entsteht. Besonders kreativ wird es beim Upcycling: Aus leeren Milch-Tetrapaks gestalten sie Pflanzgefäße. Die Verpackungen werden ausgespült, zugeschnitten und bunt bemalt, bevor die Kinder Erde einfüllen und Samen einsäen. Recycling wird plötzlich ganz greifbar.
Die Nachhaltigkeitswoche zeigt, wie früh Umweltbewusstsein wachsen kann. Mit Liedern, Büchern und dem Besuch des AWB ES lernen die Kinder, dass selbst eine Bananenschale einen Unterschied macht, wenn sie richtig entsorgt wird. Erzieherin Regine Necker betont die Bedeutung solcher Aktionen: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für uns.
In unserer Nachhaltigkeitswoche können die Kinder erleben, wie sie selbst Verantwortung übernehmen können. Das macht sie stolz – und uns auch.“
Große Themen beginnen oft ganz klein – manchmal mit nur einer einzigen Bananenschale.