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    AWB-Themenabend: Müll in Mode

    Aus alt, mach neu. So einfach ist es bei Textilien leider nicht.

    AWB-Themenabend: Müll in Mode

    Die Altkleiderberge wachsen weltweit. In deutschen Innenstädten haben sich die Klamottendiscounter etabliert, der Online-Handel boomt und im Landkreis Esslingen verschwinden Altkleidercontainer. Der erste Themenabend des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) vermittelte komplexe Hintergründe sowie Möglichkeiten im Alltag nachhaltig zu handeln.

     

    „Wie der Krieg in der Ukraine oder der Absatzrückgang der Automobilindustrie die Altkleidersammlung betreffen und auch die Temperatur des Waschvorgangs den Fußabdruck meiner Kleidung beeinflusst, das war schon sehr spannend!“, sagte eine Besucherin im Anschluss an den Themenabend. „Es ist dem AWB sehr wichtig mit den Menschen im Landkreis in den Austausch zu kommen zu informieren und gleichzeitig zu hören, was die Menschen bewegt,“ sagt Michael Potthast, Geschäftsführer des AWB, und betont weiter, „Das Beispiel Altkleidung ist gut geeignet, um die Zusammenhänge zwischen Produktion, Verarbeitung, Konsum und Entsorgung aufzuzeigen.“

     

    AWB-Videowettbewerbs 2025: Gewinnerfilm kommt aus Leinfelden

     

    Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hat eine 8. Klasse der Ludwig-Uhland-Schule Leinfelden einen Videobeitrag zum Thema Fast Fashion und dem Konsumverhalten jugendlicher Menschen erstellt. Der dreiminütige Film hinterfragt nicht nur das Online-Shopping, sondern geht auch auf nachhaltige Alternative ein. „Betrachten wir den Lebenszyklus eines heutigen Kleidungsstücks, erkennen wir, dass viele Textilien schon nach sehr kurzer Zeit aussortiert werden“, sagt Salome Haar, Referentin des Verbandes Südwesttextil e.V. Neben der Problematik hoher Abfallmengen, sieht die Referentin für Nachhaltigkeit hier auch das Problem der Umweltbelastungen. Frau Haar betont: „Der hohe Bedarf an minderer Qualität hat zur Folge, dass Rohstoffe durch besonders intensive Bewirtschaftung hergestellt werden. Auch unter hohem Pestizideinsatz.“ Die sehr günstigen Waren führen gleichzeitig zu riesigen Abfallmengen von geringer Qualität. So würden die Waren schnell wieder aussortiert werden und auch im Recycling eine untergeordnete Rolle spielen.

     

    In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es für eine Umkehr am Textilmarkt ein stärkeres Bewusstsein für die Problematik entstehen muss – sowohl bei den Konsumenten, den Produzenten und Herstellern als auch in der Politik. Letztere könne über gesetzliche Quoten zum Einsatz von Recyclingmaterialien eine positive Entwicklung anstoßen.

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