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Kompostwerk in Kirchheim unter Teck wird nach längerer Pause wieder hochgefahren

 

Das Kompostwerk in Kirchheim unter Teck wird schrittweise wieder hochgefahren. Sieben Monate stand das Werk wegen eines Brandes am 28. November 2023 still. Nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten können die einzelnen Komponenten des Werkes sukzessive wieder in Betrieb genommen werden. Das Material, welches monatelang ohne geregelte Belüftung in der Halle lagerte, wird ausgetragen. Es entspricht nicht den hohen Anforderungen an den Kirchheimer Qualitätskompost und muss nachbehandelt werden. Ab der nächsten Woche startet der Eintrag von Bioabfall aus dem Landkreis und ab Ende August gibt es wieder Kirchheimer Qualitätskompost.

 

Die Elektrik, die den Brand ausgelöst hat, wurde so stark beschädigt, dass sie in den zurückliegenden Monaten in weiten Teilen ersetzt werden musste. Mehrere Kilometer neue Elektroleitungen wurden gezogen und angeschlossen. Der Schaden des Brandes wird knapp im siebenstelligen Bereich liegen. Während des Stillstands mussten rund 20.000 Tonnen Bioabfall auf andere Bioabfallbehandlungsanlagen verteilt werden. Bei der Instandsetzung wurden die Bedürfnisse der Mitte 2025 beginnenden Grundsanierung soweit möglich berücksichtigt.

 

Im Kompostwerk Kirchheim unter Teck werden jährlich bis zu 60.000 Tonnen Biomüll aus den Landkreisen Esslingen und Böblingen zu qualitativ hochwertigem Bio-Kompost verarbeitet, der das Siegel der Bundesgütegemeinschaft Kompost trägt.

 

Das Werk wird in interkommunaler Zusammenarbeit von den Landkreise Esslingen und Böblingen betrieben. Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde 2019 erweitert um die neu gegründete Bioabfallverwertung GmbH Leonberg (BVL). Diese wird ab 2025 weite Teile der über die braune Tonne eingesammelten Bioabfälle zunächst vergären, bevor die Gärreste im Kompostwerk in Kirchheim unter Teck zu Kompost weiterverarbeitet werden. Durch die Vergärung wird grüne Energie in Form von Biogas erzeugt, das in ein Wärmenetz eingespeist wird.

 

Bei der Kompostierung läuft die Verarbeitung von Bioabfällen in einem natürlichen Rotteprozess ohne chemische Zusätze. Die Rottetemperaturen erreichen bis zu 70 Grad Celsius, wodurch der Kirchheimer Kompost von Unkrautsamen und Krankheitskeimen in einem gesicherten Verfahren befreit wird. Der hochwertige Qualitätskompost verbessert die Bodenfruchtbarkeit, fördert das Pflanzenwachstum und trägt somit zu einer gesunden und nachhaltigen Umwelt bei.

 

Ab 2025 wird das Kompostwerk Kirchheim unter Teck umfangreich modernisiert und umgebaut. Während bislang die Bioabfälle in offenen Rottemieten kompostiert werden, soll dieser Prozess künftig in modernen, geschlossenen Rotteboxen ablaufen. Dieses Verfahren stellt die neueste Technik und nachhaltigste Lösung in der Kompostierung dar. Der biologische Kreislauf vom Abfall zum nützlichen biologischen Dünger wird bestmöglich und umweltfreundlich aufrechterhalten.

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